
Calcium im Wasser - warum dein Trinkwasser mehr zur Gesundheit beitragen kann als du denkst
Calcium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe im menschlichen Körper. Viele Menschen bemühen sich um eine bewusste Ernährung und achten auf calciumbewusste Lebensmittel. Dennoch zeigen Studien, dass der Calciumbedarf häufig nicht vollständig gedeckt wird. Ein möglicher Grund, der oft übersehen wird: zu wenig Calcium im Wasser, das wir täglich trinken.
Warum Calcium für den Körper unverzichtbar ist
Calcium ist mengenmäßig der bedeutendste Mineralstoff im Körper. Etwa 99 Prozent befinden sich in Knochen und Zähnen. Der Rest erfüllt wichtige Aufgaben im Blut und im Zellstoffwechsel. Zu den zentralen Funktionen gehören:
✓ Erhalt stabiler Knochen und Zähne
✓ Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln
✓ Aktivierung von Enzymen
✓ Beteiligung an der Blutgerinnung
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von rund 1000 Milligramm. Dennoch zeigen Erhebungen wie die Nationale Verzehrsstudie II, dass viele Erwachsene - vor allem Frauen, Jugendliche und ältere Menschen – diesen Wert nicht erreichen.
Warum Ernährung allein oft nicht genügt
Auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann es zu einem Mangel kommen - nicht etwa, weil zu wenig Calcium aufgenommen wird, sondern weil bestimmte Faktoren die Verwertung einschränken.
Geringe Aufnahmefähigkeit
In manchen Lebensmitteln ist zwar viel Calcium enthalten, doch Oxalsäure (z. B. in Spinat) oder Phytinsäure (in Vollkorn) hemmen die Aufnahme.
Verluste durch Ernährung oder Medikamente
Ein hoher Konsum von Koffein, Alkohol oder salzreicher Nahrung kann die Calciumausscheidung erhöhen. Auch bestimmte Medikamente fördern diesen Effekt.
Vitamin-D-Mangel
Calcium kann nur dann effektiv verwertet werden, wenn ausreichend Vitamin D vorhanden ist. Im Winter ist dieser Speicher oft unzureichend gefüllt.
Zu wenig Calcium im Wasser
Wer viel Wasser trinkt, aber auf ein calciumarmes Wasser zurückgreift, vergibt eine große Chance zur Mineralstoffversorgung. Gerade bei Leitungswasser variiert der Mineralgehalt stark.
Wie viel Calcium ist in Leitungswasser enthalten?
In Deutschland wird Leitungswasser aus verschiedenen Quellen gewonnen und auf unterschiedliche Weise aufbereitet. Dadurch kann der Gehalt an Calcium im Wasser stark schwanken.
Typische Werte:
✓ In weichen Regionen oft unter 20 Milligramm pro Liter
✓ In Gebieten mit hartem Wasser über 100 Milligramm pro Liter
Zum Vergleich: Ein Liter Milch enthält rund 1200 Milligramm Calcium. Ein calciumreiches Mineralwasser kann je nach Quelle zwischen 300 und 600 Milligramm pro Liter enthalten. Zwei Liter Leitungswasser mit nur 30 Milligramm pro Liter liefern hingegen gerade einmal 60 Milligramm, weniger als zehn Prozent des Tagesbedarfs.
Calcium im Wasser gezielt nutzen. Mineralwasser und Anreicherung
Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt kann einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung leisten. Ab einem Wert von 150 Milligramm pro Liter gilt ein Wasser als calciumreich. Einige Mineralwässer enthalten sogar deutlich mehr.
Vorteile calciumreichen Wassers:
✓ Transparente Angabe des Mineralgehalts
✓ Sehr gute Aufnahmefähigkeit im Körper
✓ Keine Kalorien, Laktose oder Zusatzstoffe
Alternativ kann auch Leitungswasser gezielt mit Mineralstoffen angereichert werden zum Beispiel durch Flüssigkonzentrate oder spezielle Filtersysteme. So lässt sich auch aus weichem oder gefiltertem Wasser ein mineralstoffreiches Getränk machen.
Was passiert bei der Nutzung von Umkehrosmose?
Umkehrosmoseanlagen entfernen nahezu alle gelösten Stoffe aus dem Wasser – auch wertvolle Mineralien wie Calcium oder Magnesium. Das Ergebnis ist extrem reines Wasser, das nahezu keine Elektrolyte enthält.
Langfristig kann der Konsum von entmineralisiertem Wasser problematisch sein. Die Weltgesundheitsorganisation warnt in einem Fachbericht („Nutrients in Drinking Water“, 2005) davor, dass dauerhaft entmineralisiertes Wasser zu einer unausgeglichenen Mineralstoffbilanz führen kann besonders, wenn die Ernährung nicht optimal ist.
Wer Osmosewasser trinkt, sollte daher unbedingt auf eine ergänzende Versorgung mit Mineralstoffen achten - entweder durch gezielte Zufuhr oder durch eine Remineralisierung des Wassers.
Reicht Leitungswasser wirklich aus?
Leitungswasser wird in Deutschland streng kontrolliert. Es gilt als hygienisch sicher und gut trinkbar. Doch der Mineralstoffgehalt, insbesondere der Anteil an Calcium im Wasser, wird nicht reguliert.
In vielen Haushalten ist das Wasser weich oder wird zusätzlich gefiltert. Der Anteil an Calcium kann dadurch sehr niedrig sein. Menschen, die viel Wasser trinken, sich aber auf Leitungswasser verlassen, nehmen unter Umständen kaum verwertbares Calcium zu sich.
Wer Osmosefilter verwendet oder in Regionen mit besonders weichem Wasser lebt, sollte sich bewusst machen, dass Calcium im Wasser in diesen Fällen praktisch nicht vorhanden ist.
Drei einfache Tipps für mehr Calcium im Alltag
1. Analyse beim Versorger einsehen
Die meisten Wasserversorger stellen Analysewerte online bereit. Ein Blick auf den Calciumgehalt lohnt sich – ideal sind Werte ab etwa 80 Milligramm pro Liter.
2. Mineralwasser gezielt auswählen
Wähle ein Mineralwasser mit mindestens 300 Milligramm Calcium pro Liter. So kannst du einen großen Teil deines Tagesbedarfs decken, ganz ohne Nahrungsergänzung.
3. Leitungswasser gezielt anreichern
Mit hochwertigen Mineralstofflösungen oder geeigneten Filtersystemen kannst du dein Wasser individuell aufwerten – auch bei regelmäßigem Gebrauch eines Filters oder Sprudlers.
Fazit: Calcium im Wasser ist wichtiger als viele denken
Obwohl viele Menschen auf ihre Ernährung achten, ist die Rolle des Trinkwassers bei der Mineralstoffzufuhr oft unterschätzt. Dabei kann Calcium im Wasser einen spürbaren Beitrag zur täglichen Versorgung leisten vor allem, wenn man regelmäßig größere Mengen trinkt.
Leitungswasser ist nicht automatisch eine verlässliche Quelle für Mineralstoffe. Der Calciumgehalt hängt stark von der Region, der Wasseraufbereitung und der Nutzung von Filtersystemen ab. Wer Wasser filtert oder aus sehr weichen Regionen stammt, sollte bewusst gegensteuern. Sei es durch gezielten Wasseraustausch oder durch die Anreicherung mit Mineralien.
Ein einfacher Blick auf die Analysewerte kann helfen, Mangelerscheinungen vorzubeugen und die Gesundheit langfristig zu unterstützen ganz ohne große Umstellung.